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Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

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IMPINGEMENTSYNDROM
Chronisches Impingementsyndrom im Schulterbereich

Der Begriff "Impingement" entstammt dem Angloamerikanischen und beschreibt eine "Einklemmung".

Das Impingementsyndrom ist die häufigste Ursache für Schulterschmerzen.

Anfänglich klagen die betroffenen Patienten über eher leichtere Schmerzen im mehr proximalen (= rumpfnahen) Oberarm. Nicht selten ging eine ungewohnte Arbeit voran (z.B. längeres Überkopfarbeiten). Im weiteren Verlauf treten Schmerzen hauptsächlich beim Anheben des Arme s (bes. über die Horizontale) und/oder beim Zurückführen des Arm es auf den Rücken auf (der sog. Schürzengriff). Schließlich können sich Dauerschmerzen im Schulterbereich entwickeln, die durch die genannten Arm bewegungen noch verstärkt werden. Häufig werden auch nächtliche Schmerzen geklagt, insbes. in Seitenlage auf der betroffenen Schulter.

Das Impingementsyndrom gehört zur Gruppe der Engpaßsyndrome (= Krankheitszeichen bei einer Einengung). Dabei haben die Sehnen der Muskeln, die das Schultergelenk bewegen, zu wenig Platz. Ihr Gleitraum ist durch Knochen vorsprünge und eine Vielzahl von Sehne n im Bereich unterhalb der Schulter höhe eingeschränkt. Aufgrund der Enge führen an sich wenig belastende Faktoren rasch dazu, daß die Seh nen aneinander oder an den Knochen reiben und sich entzünden, teilweise unter Einbezug des Schleimbeutel s. Eine fast immer vorhandene Durchblutungsstörung begünstigt die Entzündungsreaktion.

Das Impingementsyndrom fällt unter den Oberbegriff "Periarthritis-humeroscapularis".

Als Periarthritis-humeroscapularis werden verschiedene schmerz hafte Krankheitszeichen in der Umgebung des Schultergelenk s bezeichnet, so z.B. Affektionen (= Störungen) des Akromiohumeralgelenk es (= Gelenk zwischen dem Oberarm knochen und einem Ausläufer des Schulter blatts) oder Störungen / Läsionen (meist Gewebszerreißungen) der Rotatorenmanschette (= die aus den Oberarm dreh muskeln subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor bestehende Muskel manschette des Schulter gelenk es).

Häufig liegen Tendinose n (= Sehnenerkrankungen) vor, hauptsächlich in Form von Sehnenentzündungen, besonders im Bereich der Sehne des M. supraspinatus. Verkalkungen lassen sich röntgenologisch nachweisen (Tendinitis-calcarea).
Typischerweise treten Schmerzen oder eine deutliche Schmerzverstärkung beim Versuch, den Arm zu heben, auf.

Diagnostik beim Impingementsyndrom:

  1. körperliche Untersuchung
  2. Röntgen
  3. Ultraschall
  4. evtl. Kernspintomographie

Therapie beim Impingementsyndrom:

Physikalische Therapie:

Es ist sinnvoll, begleitend eine schmerzlindernde und antientzündliche medikamentöse Therapie durchzuführen. Zu empfehlen sind steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind diesog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Eine Operation sollte erst angedacht werden, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, einschließlich der Schmerztherapie, sehen wir doch nicht wenige Patienten, die nach einer Operation einer schmerztherapeutischen Behandlung bedürfen. Dieser Umstand wirft doch die Frage auf, warum diese Behandlung nicht schon vor der Operation erfolgte ??

Spezielle Schmerztherapie beim Impingementsyndrom:
Verbleiben trotz einer krankheitsspezifischen Behandlung Schmerzen in der Schulter, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei ein Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordert. Häufig sind die schmerztherapeutischen Behandlungsmethoden bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten.

Medikamentöse Schmerztherapie beim Impingementsyndrom:
Neben oben erwähnten Schmerzmittel können bei stärkeren schmerzhaften Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden Analgetika
(= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch beim Impingementsyndrom eine längerfristige Schmerzmittel
verordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch beim chronischen Impingementsyndrom wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder auch Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) zur Schmerzbehandlung beim Impingementsyndrom:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei Impingementsyndrom ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das Schultergelenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenk kapsel herum) infiltriert.
Das Schulter
gelenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der Muskulatur) im Schulterbereich nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen) des Nervus suprascapularis in der Incisura suprascapularis (= kleine Kerbe am Oberrand des Schulterblattes) in Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schulterbereich fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen Schmerzen hat sich die sog. kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des Plexus brachial
is (= Armnervengeflecht) mit Katheter sehr bewährt. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Arm nerven geflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberarm mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schulterbereich schmerzlindernd wirken kann.
Das Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Blockade-Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben, in vielen Fällen dann sogar erst effizient möglich sind. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen (= abnutzungsbedingten) Prozessen kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. Diese durchblutungssteigernde Wirkung ist gerade beim Impingementsyndrom von besonderem Vorteil.

Zur Schmerzbehandlung beim Impingementsyndrom kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus brachial is durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.

Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Physikalische Schmerzbehandlung beim Impingementsyndrom:
Auch eine Elektrostimulation kann beim Impingementsyndrom eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelenk aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerz
bereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem Impingementsyndrom empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Gelenkschmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim Impingementsyndrom nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist beim Impingementsyndrom aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die Hochtontherapie.

Andere Maßnahmen zur Schmerztherapie:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung chronischer Schul
terschmerzen nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerzbehandlung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei einem chronischen Impingementsyndrom ist auch ein Schmerzbewältigungstraining hilfreich.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).

Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).

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Aktualisiert: >07.03.2009</> kusb&
V
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