Erfahrung schon seit 1983
Für
Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen
bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater
Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Finden Sie Ihre Schmerzdiagnose selbst
IMPINGEMENTSYNDROM
Chronisches Impingementsyndrom im Schulterbereich
Der Begriff "Impingement" entstammt dem Angloamerikanischen und beschreibt eine "Einklemmung".
Das Impingementsyndrom ist die häufigste Ursache für Schulterschmerzen.
Anfänglich klagen die betroffenen Patienten über eher leichtere Schmerzen im mehr proximalen (= rumpfnahen) Oberarm. Nicht selten ging eine ungewohnte Arbeit voran (z.B. längeres Überkopfarbeiten). Im weiteren Verlauf treten Schmerzen hauptsächlich beim Anheben des Arme s (bes. über die Horizontale) und/oder beim Zurückführen des Arm es auf den Rücken auf (der sog. Schürzengriff). Schließlich können sich Dauerschmerzen im Schulterbereich entwickeln, die durch die genannten Arm bewegungen noch verstärkt werden. Häufig werden auch nächtliche Schmerzen geklagt, insbes. in Seitenlage auf der betroffenen Schulter.
Das Impingementsyndrom
gehört zur Gruppe der
Engpaßsyndrome (=
Krankheitszeichen bei einer Einengung).
Dabei haben die
Sehnen der
Muskeln, die das
Schultergelenk
bewegen, zu wenig Platz. Ihr Gleitraum ist durch
Knochen
vorsprünge und eine Vielzahl von
Sehne
n im Bereich unterhalb der
Schulter
höhe eingeschränkt. Aufgrund der Enge führen an sich wenig belastende
Faktoren rasch dazu, daß die Seh
nen aneinander oder an den Knochen reiben
und sich entzünden, teilweise unter Einbezug des
Schleimbeutel
s. Eine fast immer vorhandene
Durchblutungsstörung
begünstigt die
Entzündungsreaktion.
Das Impingementsyndrom
fällt unter den Oberbegriff "Periarthritis-humeroscapularis".
Als Periarthritis-humeroscapularis werden verschiedene schmerz hafte Krankheitszeichen in der Umgebung des Schultergelenk s bezeichnet, so z.B. Affektionen (= Störungen) des Akromiohumeralgelenk es (= Gelenk zwischen dem Oberarm knochen und einem Ausläufer des Schulter blatts) oder Störungen / Läsionen (meist Gewebszerreißungen) der Rotatorenmanschette (= die aus den Oberarm dreh muskeln subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor bestehende Muskel manschette des Schulter gelenk es).
Häufig liegen
Tendinose
n (=
Sehnenerkrankungen)
vor, hauptsächlich in Form von
Sehnenentzündungen, besonders im Bereich der
Sehne des M.
supraspinatus. Verkalkungen lassen sich röntgenologisch nachweisen (Tendinitis-calcarea).
Typischerweise treten Schmerzen oder eine
deutliche Schmerzverstärkung beim Versuch, den
Arm zu heben, auf.
Diagnostik beim Impingementsyndrom:
Therapie beim Impingementsyndrom:
Physikalische Therapie:
Es ist sinnvoll, begleitend
eine schmerzlindernde und antientzündliche medikamentöse Therapie durchzuführen.
Zu empfehlen sind steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang
wirkende und
magen
schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch
entzündungshemmend sind diesog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder
Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem
Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer.
Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt
genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Eine Operation sollte erst angedacht werden, wenn alle konservativen
Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, einschließlich der
Schmerztherapie, sehen wir doch nicht wenige Patienten, die nach einer
Operation einer schmerztherapeutischen Behandlung bedürfen. Dieser Umstand
wirft doch die Frage auf, warum diese Behandlung nicht schon vor der Operation
erfolgte ??
Spezielle Schmerztherapie beim Impingementsyndrom:
Verbleiben trotz einer krankheitsspezifischen Behandlung
Schmerzen in der Schulter,
so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei ein
Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen
Therapieverfahren erfordert. Häufig sind die schmerztherapeutischen
Behandlungsmethoden bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich
nach dem
Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr
vorrangig nach seiner Ursache richten.
Medikamentöse Schmerztherapie
beim Impingementsyndrom:
Neben oben erwähnten
Schmerzmittel
können bei stärkeren schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien (=
Mittel zur Entspannung von
Muskeln)
(z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
(z.B. Tramadol, Tilidin, bzw.
Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch beim Impingementsyndrom eine
längerfristige
Schmerzmittel
verordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva (=
Mittel gegen Depression, aber auch beim chronischen Impingementsyndrom
wirksam) (z.B. Doxepin,
Maprotilin) oder auch
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
zur
Schmerzbehandlung
beim Impingementsyndrom:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt
werden. Insbesondere bei Impingementsyndrom ist eine sehr
wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, die
therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen
Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das
Schultergelenk
wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die
Gelenk
kapsel herum)
infiltriert.
Das
Schulter
gelenk kann auch
mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
im
Schulterbereich
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des Nervus suprascapularis in der Incisura
suprascapularis (=
kleine Kerbe am Oberrand des Schulterblattes) in Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem
Schulterbereich
fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen
Schmerzen hat sich
die sog. kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des Plexus brachial
is (=
Armnervengeflecht) mit
Katheter sehr bewährt. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter)
vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang)
nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des
Arm
nerven
geflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben
vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Während
dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der
Oberarm mit einer
Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der
Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schulterbereich
schmerzlindernd wirken kann.
Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
wird bei dieser Blockade-Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten
bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit
begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben, in vielen
Fällen dann sogar erst effizient möglich sind. Dass die schmerzlindernde Wirkung
i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf
zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert,
die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten) Prozessen kausal
(= ursächlich) entgegenwirkt.
Diese durchblutungssteigernde Wirkung ist gerade beim Impingementsyndrom
von besonderem Vorteil.
Zur Schmerzbehandlung beim Impingementsyndrom kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus brachial is durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Physikalische
Schmerzbehandlung beim Impingementsyndrom:
Auch eine Elektrostimulation kann beim Impingementsyndrom eine
Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten
bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem
Gelenk aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im
Schmerz bereich. Wir
verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis
-15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem Impingementsyndrom empfinden
allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme
Bäder können ebenfalls
Gelenkschmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim Impingementsyndrom
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist beim Impingementsyndrom aber die
heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen
zu fördern bzw. zu erhalten.
Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für
die
Hochtontherapie.
Andere Maßnahmen zur
Schmerztherapie:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur zur Behandlung chronischer Schul
terschmerzen nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen Schmerzbehandlung eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei einem chronischen Impingementsyndrom ist
auch ein
Schmerzbewältigungstraining hilfreich.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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Aktualisiert: >07.03.2009</> kusb&
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